Lehre mich, Herr! - Ivo Sasek - Elaion-Verlag
Danksagung des Glaubens 129 Dort wird uns zugesagt, dass „denen die Gott lieben, alle Dinge zum Besten mitwirken müssen.“ Wenn wir diese Verheissung vollumfänglich erlangen möchten, ist es wichtig, dass wir immerfort darauf verzichten, die Fügungen Gottes bis ins Letzte erkennen, verstehen oder einordnen zu wollen. Wie oft haben wir schon Menschen auf Grund von Röm. 8,28 sagen gehört: „Aber auch das musste uns dann schliesslich noch zum Besten dienen ...“ Oder andere: „Wozu sollte nun diese Erfahrung gut gewesen sein?“ Wenn die Schrift sagt: „Alles dient den Gott Liebenden zum Besten“ , dann will sie unsere Blicke damit nicht auf die zeitlich wahrnehmbaren oder von uns berechenbaren Dinge lenken. Mit dem „Besten“ ist vielmehr unsere „Gesamtvollendung“ gemeint. Das wirk- lich „Beste“ muss somit einzig und allein in der Ewigkeit gelagert bleiben: Es kann, soll und darf mit unserem kleinen Menschenverstand niemals erfasst, noch beurteilt werden. Wenn die Bibel vom „Besten“ redet, dann redet sie immer von dem, was im Hinblick auf den Gesamtratschluss Gottes das Beste ist. Seine ewigen Vollendungsziele, in die wir selbstverständlich Hineingenommene sind, stehen im Mittel- punkt des Interesses und nicht wir. Dass aber nicht selten auch die wahrnehmbaren Dinge des kleinen Alltags für uns „zum Besten“ gelenkt werden, ist doch nichts weiter als ein kleiner Wink von oben, ein schattenhaftes Angeld, welches von den wahren Gütern zeugen soll. Wie beraubt sind wir Kinder Gottes darum, wenn wir an den für uns „wahrnehmbaren oder messbaren Dingen“ erkennen wollen, ob wir gleichsam „im Rennen liegen“, d.h. ob Gott uns gut gesinnt ist oder nicht.
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